2005-06-30
Glückliche Hühner und wahnsinnige Rinder
Heute fand ich in meiner Mailbox folgenden Text von einem Bekannten: "Nach einer vertraulichen Info eines Freundes, der in der Nahrungsmittel-Industrie tätig ist, enthalten Aufstriche und viele Milchprodukte (z.B. Joghurts) bis zu 40% Volumen-Zusätze, die aus tierischem Abfall bestehen. Der müsste eigentlich als Sondermüll entsorgt werden, was bekanntlich Entsorgungskosten verursacht. Besonders betroffen seien Lebensmittel, für die ein großer Markt besteht (Wurstwaren, Aufstriche, Milchprodukte etc.) und die billig und in großen Mengen angeboten werden. Gleichzeitig hört man, dass demnächst "laktosefreie" Produkte in großem Umfang in den Handel kommen sollen. Warum plötzlich so viele Menschen Milchzucker nicht mehr vertragen? Vielleicht ein Nebeneffekt der 'Zusatzstoffe'?"
Belegt ist jedenfalls, dass mehr Menschen denn je Allergien � auch gegen Nahrungsmittel � haben, während gleichzeitig das Angebot an gesundem Essen, biologisch Hergestelltem und Produkten von glücklichen Tieren in unseren Breitengraden ebenfalls neue Ausmaße erreicht hat.
Ich kann nicht beurteilen, was es mit den oben zitierten "Infos" auf sich hat. Allerdings erinnerte ich mich gleich an eine Meldung - ich denke aus der "Presse" -, in der die (anderen?) österreichischen Medien gemaßregelt wurden, weil über eine an BSE verstorbene Kuh letzthin so viel berichtet wurde. Das Argument war, dass in Deutschland jährlich über 300 Kühe an BSE sterben und niemand sich aufregt, ja es nicht einmal mehr jemand erfährt, weil das inzwischen normal sei.
Auch die Gummi-Bärchen sind einem/einer ja seit langem verleidet (Rinder- und Schweineklauen in der Gelatine), man isst sie aber trotzdem und schwankt derweilen in der Einschätzung zwischen "beginnende Paranoia", "klassische Verschwörungsthorie" oder doch "reale Verschwörungspraxis".
Denn was offensichtlich schon vor 170 Jahren bekannt war, gilt jedenfalls noch heute:
"Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10% sicher, und man kann es überall anwenden; 20%, es wird lebhaft; 50%, positiv waghalsig; für 100% stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300%, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens." Mit diesen Worten zitiert Karl Marx im Kapital Band 1 (24. Kapitel, VII Abschnitt, Ende des Punkts 6, "Genesis des industriellen Kapitalisten") Thomas Dunning. Dieser war ein englischer Schuhmacher, der um 1840 die Proteste seiner Handwerkskollegen gegen die Einführung von industriellen Fertigungsmethoden organisierte.
Vielleicht muss man heute aber statt "... selbst auf die Gefahr des Galgens" schreiben: "Selbst auf die Gefahr der Zerstörung aller natürlichen Lebensgrundlagen, einschließlich der menschlichen Körper."