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Wolf Jurjans

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2005-11-18

Sozialschmarotzerdebatte einmal anders

Da plauderte das bekannte Schauspielerehepaar Barbara Wussow und Albert Fortell Ende des Vorjahres freimütig aus der Schule und outete sich als Notstandshilfebezieher. Solche stellt man sich normalerweise anders vor, ebenso ihren Lebenswandel. Das damit ausgelöste Erstaunen und die darauf folgende Empörung war nicht verwunderlich. Wegen des prominenten Status der Verdächtigen wurde das Bundeskriminalamt mit den Ermittlungen betraut. Danach wurde die Staatsanwaltschaft tätig. Die gründliche Recherche führte diese schließlich zum AMS und endete dort abrupt. Das AMS war nämlich, aus welchen Gründen immer, laut Otto Schneider, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Wien, nicht in der Lage, konkrete Zahlen zu nennen. Da außerdem die Rechtslage "diffus und unsicher" war und man beiden "subjektiv" keinen Vorsatz nachweisen konnte, wurden die Ermittlungen eingestellt. Eine Verurteilung wäre auch zutiefst ungerecht gewesen, gaben doch beide an, es wäre ihnen gar nicht ums Geld gegangen. Na so was! Sie wollten nach eigenen Angaben vielmehr auf eine Lücke im Sozialsystem aufmerksam machen, verstanden sich mehr als Speerspitze des sozialen Kampfes, denn als Sozialschmarotzer!

Wäre interessant, wie die Ermittlungen gelaufen wären, hätte es sich der Verdacht des schweren Betrugs gegen Herrn und Frau Müller gerichtet.