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2005-06-09 Anni Gräf, Schneiderlehrmädchen
Anni Gräf, Schneiderlehrmädchen, war 15 Jahre alt, als sie sich dem Kommunistischen Jugendverband anschloss. Sie wurde am 14. November 1942 verhaftet, wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" am 12. Oktober 1943 vom 5. Senat des Volksgerichtshofes Wien wegen kommunistischer Betätigung zum Tode verurteilt und am 11. Januar 1944 hingerichtet. Anni Gräf war Mitglied der Gruppe "Soldatenrat" gewesen, hatte sich an den Frontbriefaktionen, an der Verbreitung illegalen Materials beteiligt und hatte Zelluloidabfälle für Sabotageaktionen gesammelt.
Der KJV war die einzige größere illegale Jugendorganisation. Er war eine Art Sammelbecken 19- bis 25-jähriger oppositioneller Jugendlicher. Sein Einfluß reichte über die Arbeiterjugend hinaus. Ansatzpunkt für die politische Auseinandersetzung war die geänderte soziale Lage, die sich durch die Zerstörung der letzten Reste der Freiheit und die gewaltsame Unterdrückung der Selbstbestimmungsrechte des österreichischen Volkes ergeben hatte. Viele der illegalen Aktivitäten, wie Streu- und Schmieraktionen, wurden vom KJV getragen. Es gab eine Gruppe, die sich mit der "Soldatenarbeit" beschäftigte. Der Frauenanteil war in der Gruppe "Soldatenrat" sehr hoch. Es wurden Feldpostnummern gesammelt, an die Flugblätter und die Schrift "Soldatenrat" verschickt wurden. Ein weiterer Aspekt ihres Widerstandskampfes war die Planung von Sabotageanschlägen. Damit eng verbunden ist der Name Walter Kämpf, der als Schüler der chemischen Lehranstalt sich mit der Herstellung von leicht entflammbaren "Brandplättchen" aus Filmresten beschäftigte. Das Gesetz "Zur Ordnung der deutschen Arbeit", das am 10. Juli 1938 in Kraft trat, schränkte das Leben der Jugendlichen besonders ein. Jugendliche konnten zum Zwangsarbeitsdienst, zum Landdienst und zu Arbeitseinsätzen in Deutschland gezwungen werden. Sie hatten kein Recht auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Mädchen wurden zu unentgeltlichen Dienstleistungen gezwungen. Dazu kamen der Zehnstundentag sowie die Heranziehung der Jugendlichen zur militärischen Ausbildung in HJ-Lagern. Mitglieder des KJV traten der HJ und anderen Jugend- und Sportorganisationen der Nationalsozialisten bei, um sie von innen zu untergraben. Auf anfängliche Erfolge reagierten die NS-Behörden mit schärfsten Verfolgungen; unter den von den Nazis Hingerichteten befinden sich sehr viele Wiener JungkommunistInnen. Anni Gräf war eine von ihnen. |