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Michael Graber

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2005-04-08

Kampf um Wien

Im Gedenken an Biedermann, Huth und Raschke, Horeischy und Vollmar

Am 6. April 1945 traten die Truppen der Roten Armee zum Sturm auf Wien an, nachdem sie bereits seit 3. April von Baden über Alland in Richtung Tulln vorgestoßen waren und die Stadt vom Westen her eingeschlossen hatten. Ein Emissär des Majors Szokoll, der eine kleine Widerstandsgruppe im Wehrkreiskommando 17 leitete und der am 4. April bis zum sowjetischen Oberkommando in Hochwolkersdorf durchkam, schlug Ähnliches vor, um der Stadt Wien das Schicksal Budapests zu ersparen, wo um jede Straße, um jedes Haus gekämpft wurde und die Zerstörungen dementsprechend schwer waren.

Ferdinand Käs, der Emissär, versprach Aktionen des Österreichischen Widerstands in Verbindung mit dem Vordringen der Roten Armee, um so die kampflose Übergabe der Stadt zu erreichen. Seinem Ersuchen, die Bombenangriffe der Alliierten auf Wien einzustellen, wurde stattgegeben.

Die Pläne der Gruppe um Major Szokoll wurden verraten. Major Biedermann, der Kommandant der Heeresstreife Groß-Wien, dem bei den militärischen Aktionen der Gruppe um Szokoll eine wesentliche Rolle zufallen sollte, wurde verhaftet und gefoltert. Pläne und Namen wurden den Nazi bekannt. Von den Verhafteten wurden Major Karl Biedermann, Hauptmann Huth und Oberleutnant Raschke am 8. April in Floridsdorf am Spitz gehängt. Den Opfern wurden Tafeln mit dem Satz "Ich habe mit den Bolschewisten gepakelt" umgehängt.

Am 5. April wurden die beiden Assistenten Dr. Horeischy und Dr. Vollmar am Chemischen Institut der Uni Wien in der Währingerstraße vom Nazi-Professor Lange erschossen, weil sie das wertvolle Elektronenmikoskop vor der Zerstörung retten wollten. Die beiden unterhielten Kontakte zum Widerstand und versteckten hunderte Menschen und Deserteure vor dem Zugriff der SS im Keller des Instituts.

In den inneren Bezirken Wiens kam es zum Teil zu schweren Gefechten und Artillerieduellen. Am 10. April erreichten Rotarmisten die Innere Stadt. Mit dem Kampf um die Reichsbrücke am 12. und 13. April, über die sich die deutschen Verbände über die Donau in Richtung Norden zurückgezogen hatten, fanden die Kämpfe um Wiens Befreiung ihr Ende.

Von den etwa 26.000 in Österreich gefallenen Rotarmisten starben etwa 18.000 allein im Kampf um die Befreiung Wiens.

Am 13. April 2005 wird ihrer im Rahmen einer Kundgebung der Russischen Botschaft in Wien beim Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz, zu der auch Vertreter der KPÖ eingeladen wurden, gedacht. Für Horeischy und Vollmar fand am 7. April 2005 eine Kundgebung am Chemischen Institut in der Währingerstraße statt.