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Susanne Empacher

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2005-03-30

Widerstand der Frauen

"In den Tagen des 38er Jahres hat man das Gefühl gehabt, man ist wie ein Blatt im Wind, man ist ausgeliefert, man hat überhaupt keine Möglichkeit sich zu wehren. Erst in der Bewegung, wenn man selbst aktiv wird, verschwindet dieses Gefühl." - Sätze der Kommunistin und Widerstandskämpferin Irma Schwager, die deutlich machen, dass der Kampf für soziale und politische Gerechtigkeit nur geplant, durchdacht und organisiert schlagkräftig sein konnte und kann.

Was bewegte Frauen, gegen die Nazi-Diktatur aufzutreten, war doch den meisten bewusst, dass schon geringfügig gegen das Regime gerichtete Handlungen hohe Gefängnisstrafen, KZ, ja die Todesstrafe nach sich ziehen konnten?

Zahlreiche Interviews mit Widerstandskämpferinnen geben Aufschluss darüber, dass die eigene Lebenssituation, erfahrene Armut und die damit zusammenhängende soziale Diskriminierung entscheidend dafür war, dass sich Frauen - meist proletarischer Herkunft � entschlossen, Widerstand zu leisten. So haben sie bereits vor dem Einmarsch der deutschen Truppen durch die politische Entwicklung im Austrofaschismus
erkannt, dass der Faschismus ein Versuch ist, die Arbeiterbewegung und deren Errungenschaften zu vernichten. Bedeutsam für die Erkenntnis, welcher Seite der Klassengesellschaft sie angehören, was Faschismus in der Praxis darstellt, waren für viele Frauen Erlebnisse im Zusammenhang mit den Jahren 1927 ( Schattendorfer Prozeß und Justizpalastbrand) und 1933/34 (Machtergreifung des Dollfußregimes, Verbot der KPÖ, Aufstand gegen das Dollfußregime und die Niederschlagung der "Februarkämpfe")

Viele Frauen aus proletarischen Familien waren in sozialdemokratische oder kommunistische Kinder- und Jugendorganisationen eingebunden. Die Enttäuschung über die Rückzugspolitik und das Versagen der sozialdemokratischen Führung führten dazu, dass zwischen 1927 und 1938 viele Sozialdemokratinnen zu kommunistischen Organisationen übertraten.

Interviews mit Widerstandskämpferinnen vermitteln uns eine Vorstellung davon, welche Rolle(n) sie einnahmen, mit welchem Einsatz und Ideenreichtum sie dabei tätig waren. Für das politische Handeln der Frauen war eine Reihe von Motiven wirksam. Patriotismus, die Ablehnung der deutschen Okkupation Österreichs, die bewusste Bejahung der österreichischen Nation, Widerwille gegen den Krieg und der Wille Menschlichkeit zu zeigen.

Sie haben ihre Aktivitäten im Rahmen bereits bestehender, im Untergrund operierender Gruppen eingefädelt, aber auch auf eigene Faust durchgeführt. Sie haben sich für eine konkrete Aufgabe einer Aktionsgruppe angeschlossen oder eine solche gegründet. In ihrer nächsten Umgebung waren Frauen ebenso aktiv wie in der Arbeitswelt, sie kämpften in der PartisanInnenbewegung wie in der Resistance im Ausland.

Ein interessantes - noch zu behandelndes - Thema ist die Agitation unter den Soldaten der Wehrmacht und die Auswirkungen auf diese.