Logo HEUTE

HEUTE
HINTERGRUND
ANGEBOTE
TERMINE
KONTAKT

Melina Klaus

Druckversion

2005-11-10

Alltag in der Republik

In unserem kollektiv genutzten Gartenhäuschen sind wir NutzerInnen einer geerbten Satellitenschüssel. Und wissen Sie, was mich daran erfreut? Die Werbung.

Denn anders als auf den vom Kabel gespeisten Kanälen bin ich so via Weltenall ohne Unterbrechung mit den, u. a., angrenzenden Nationen verbunden, und sei es nur Deutschland.

Denn � auch Nebensächlichkeiten wollen sich mal Luft machen � ich halte das 'Werbefenster Österreich' nicht mehr aus! Ich will meine kleine Globalisierung zurück. Wie die jüngste Gleichschaltung zur Frühstücksfernsehzeit (Caf� Puls auf diversen Kanälen), kann ich die ewig gleichen heimischen Spots nicht mehr sehen. Auf RTL begrüßen mich zu allem Überfluss dazu auch noch adrette Menschen mit dem Spruch "Wir sind Österreicher." Na und?

Dabei muss Werbung gar nicht langweilig sein, dabei hat Reklame so viele Informationsebenen zu bieten, mehr noch im zwischenstaatlichen Vergleich. Aber um wenigstens ein Stückchen über den Tellerrand blicken zu können, muss frau im Wiener Kabelnetz auf EuroSport sich tümmeln oder durch italienische Glitzershows sich quälen. Denn fast überall sonst � immer XXXLutz oder die Wunschkinder der Sozialministerin.

Doch nein, auf MTV und VIVA gibt es auch Werbung neben den Fenstern. Aber was sollen wir jetzt damit? Gleichsam anderen gesellschaftlichen Erscheinungen im kapitalisierten Leben, zog hier eine gewisse Rohheit ein. Kein Anflug mehr von Kreativität, keine Ästhetisierung, null Lebensgefühl, nichts von Wohlfühlfaktor. Klingeltöne, Telefonnummern, Jamba Sparabo. Und wieder die gleichen Klingeltöne, Telefonnummern, Jamba Sparabo. Minutenlang. Ungeschönt, ohne Schnörksel, repetitiv.

Ich bin mir noch nicht sicher � fühle ich mich zurückgeworfen? Oder schwant mir Zukünftiges?