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2005-04-13 Alltag in der Republik Farbenspiel
Das rote Wien, schwarze Landesfürsten, die rot-schwarze Koalition � Begriffe, die uns Innenpolitik und heimische Historie beschreibbar und vor allem begreiflich machen. Die Farbe Blau hatte einmal ein Schal, verdankt seine semantische Kraft im politischen Agieren allerdings nicht unwesentlich der 'Bewegung gegen schwarzblau'. Grün ist irgendwie wie Natur und Landschaft, steht in der politischen aber real weniger für sich, sondern interessiert eher in ihrer Kombination. Spannend ist doch eigentlich nur, passt sie gerade mehr zu schwarz oder zu rot? Gelb hatte keinen Begriff bekommen, nur Heide Schmidt war einer. Und nun Orange? Die ersten fun-mails kursieren, Fotos der Spitze der neuen Partei in MA-48-Montur. Schön, dass es viele mit Humor nehmen. Doch manche/r ist beleidigt. Aufregung macht sich breit. Das sehr beliebte, lange Zeit als Modefarbe oder belebend oder Revival geführte Orange kommt in Verruf. All die Logos, Wandanstriche, Sommer-Tshirts, Plastiktaschen bekommen einen Beigeschmack, wird empfunden. Nur weil jetzt einer eine orange Krawatte trägt und eine ein Seidentuch? (Eine 'orange Krawatte' übrigens und nicht wie in der ZiB verlautet "die orangene Revolution in der Ukraine".) Aber nein! Keine Sorge, bitte. Sollen sie doch. Diese Definitionsmacht braucht ihnen niemand verschreckt zu überlassen. Die werden sie schwerlich erlangen. Für's Erste müssen sie erst mal schauen, dass sie sich nicht selbst mit der Jungen ÖVP verwechseln!
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