2005-07-31
Tod eines Wieners
Am 15. Juli 2003 stirbt ein Mann im Wiener Stadtpark.
Sanitäter, Notarzt und Polizisten, die gerufen wurden um dem Mann zu helfen, spielen dabei eine aufklärungsbedürftige Rolle. ZeugInnen berichten: Einsatzkräfte haben sich auf den Körper des am Boden Liegenden gestellt, der leblose Mann fiel später - wegen Unachtsamkeit - von der Tragbahre. Der Notarzt schaut kommentarlos zu.
Der Tod des Mannes könnte direkte Folge der Handlungen der Einsatzkräfte sein.
Eine Untersuchung wird erst eingeleitet, nachdem öffentlich und medial sehr lautstark gefragt wird, was da geschehen sei, ja nachdem ein Video auftaucht, das den Hergang dokumentiert. Der Prozess zu seinem Erstickungstod wurde zur Einholung eines notfallmedizinischen Gutachtens und zur Ladung weiterer Zeugen vertagt.
Man fragt sich: Ist das in Österreich gewöhnlich so, dass Menschen im Zusammenhang mit Amtshandlungen sterben? Die Antwort lautet ja und nein. Österreich ist ein Rechtsstaat, mensch lebt auch in der Bundeshauptstadt im Vergleich zu anderen europäischen Städten dieser Größe sehr sicher. Weder private noch staatlich/behördliche Überfälle stehen als Gefahren für die persönliche Sicherheit besonders weit oben auf der Liste. Aber nur wenn er oder sie nicht ein Merkmal hat, das die Ausnahme macht. Zum Beispiel die falsche Hautfarbe.
Sheibane Wague, dessen Todestag sich heuer zum 2. Mal gejährt hat, wurde in Mauretanien geboren. Das wurde ihm am 15. Juli 2003 zum tödlichen Verhängnis.