2005-08-30
Feministisches Forum ohne ASF?
Im Oktober hätte das dritte Österreichische Sozialforum in Salzburg stattfinden sollen und in dessen Rahmen wieder das Feministische Forum. Das ASF wurde jedoch aus den verschiedensten Gründen zuerst vom ursprünglichen Termin im Frühjahr auf Herbst verschoben und schlussendlich ganz für dieses Jahr abgesagt. Die allgemeinen Probleme sind bekannt: Zuwenig AktivistInnen mit dem Willen organisatorisch tätig zu sein, das ewige Problem mit der Finanzierung, andere internationale und nationale Termine (wie die Wahlen in der Steiermark, Wien und Burgenland), die das Stattfinden verhindern und schließlich der wohl wichtigste Grund: die Krise der Sozialforumsbewegung international und die große Frage nach dem Wohin der Bewegungen.
Bereits seit dem Linzer ASF gehen die Frauen organisatorisch eigene Wege, auch wenn sich das Feministische Forum weiterhin als Teil des Gesamtprozesses begreift. Wie geht es nun mit dem Feministischen Forum weiter? Dieses Jahr haben bereits drei Treffen stattgefunden, die der Reflexion, aber auch der Frage nach dem Wie Weiter gewidmet waren. Auch wenn das nächste ASF recht halbherzig auf Frühjahr 2006 verschoben wurde, treiben die Frauen "ihren" Prozess weiter und versuchen nunmehr vor allem Frauenorganisationen in den Prozess miteinzubeziehen. In diesem Sinne findet im Rahmen des kommenden Volksstimmen-Festes auf der Jesuitenwiese (3.-4. September, 17.00; Wien) im Frauendorf ein weiteres Treffen statt. Folgend der Einladungstext mit den wesentlichen Fragestellungen:
Feministischer Widerstand braucht Bewegung!
Seit dem ersten ASF (2003) existiert das für dort gegründete Feministische Forum, ein loser Verbund von Frauen verschiedener politischer Herkünfte
und Generationen, eine Plattform innerhalb des ASF, ein Ort, der geistigen und konkreten Raum für Diskussionen über feministische Politik, Theorie
und Begehren bieten soll. Das ASF soll auch ein Ort für ein feministisches Diskussions- und Aktionsforum sein!
Das Feministische Forum hat sich bisher folgende Aufgaben und Möglichkeiten zur Option gestellt:
> eine (Österreichweite) Plattform für Antiglobalisierungspolitik aus feministischer Perspektive zu sein (und dies in Form von aktiven Beiträgen, wie Workshops, Vorträgen, Podiumsteilnahme etc. während des ASF zu repräsentieren);
> eine Versammlung von Feministinnen zu ermöglichen, die vor Ort versucht, sich frauenpolitisch einzumischen;
> einen Raum für Frauen anzubieten, der die physische, psychische, politische Integrität gewährleistet;
> Zeit für Diskussionen für wieder zu findende gemeinsame Aktionen und deren Inhalte;
> inhaltliche österreichweite Standpunktaustauschung unter nicht/migrantischen Frauenprojekten � und Organisationen.
Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Feministinnen und Frauenprojekte an diesem Prozess teilnehmen, ihn mitgestalten und mittragen! Feministischer Widerstand gegen die neoliberale Ausbeutung von Frauen braucht Vielfalt!
Das Feministische Forum als Gremium soll künftig als Koordinationsdrehscheibe und Vernetzungsplattform genutzt werden können für alle inhaltlichen Beiträge der österreichischen Frauenprojekte. Den verschärften Angriffen auf den Sozialstaat, der Ersetzung demokratischer Verfahren durch zunehmend autoritäre Politikmethoden soll und muss frauenpolitisch Paroli geboten werden. Warum sich also nicht auch als Feministinnen engagieren in einer gemischtgeschlechtlichen Widerstandsbewegung? Wir wollen das ASF für uns selbst als konkreten Versammlungsort nutzen und uns am ASF lustvoll positionieren! Das FF könnte ein Aktionsforum vor Ort sein, in dem feministische Aktions- und Interventionsformen im Rahmen des ASF und darüber hinaus nicht nur diskutiert, sondern auch in die Tat umgesetzt werden sollen! Feministischer Widerstand braucht Bewegung!
"Frauen machen Geschichte nicht immer aus freien Stücken, aber sie machen sie selbst."