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Didi Zach

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2005-08-16

Videoüberwachung in Wien

In Zukunft sollen alle neuen U-Bahn-Züge mit je 24 Kameras ausgestattet werden. Die Nachrüstung der alten U-Bahn Garnituren wird diskutiert, obwohl selbst die Verkehrsbetriebe zugeben, dass sowohl die Kosten als auch der Nutzen völlig unklar sind.

Bürgermeister Häupl und die SPÖ-Stadtregierung setzen damit einmal mehr auf Populismus, denn Erfahrungen in anderen europäischen Städten haben eindrucksvoll bewiesen, dass mittels Videoüberwachung keine spürbare Verbesserung der Sicherheit oder eine Senkung der Gesamtkriminalitätsräte möglich ist.


Eine 2002 in Großbritannien durchgeführte Studie brachte z.B. folgende Ergebnisse: Bei 24 untersuchten Videoeinsatzgebieten ist die Kriminalitätsrate in 13 Fällen
zwar gesunken ist, in vier jedoch gestiegen und bei 7 gleichgeblieben. Insgesamt betrug der Effekt der Kriminalitätssenkung gerade lächerliche 5 Prozent.


KritikerInnen verweisen ausserdem darauf, dass mit Maßnahmen wie besserer Straßenbeleuchtung, der Beseitigung von Sichthindernissen etc. bessere Ergebnisse erzielbar sind. Insgesamt verlieren Überwachungsmaßnahmen extrem rasch an Wirkung, so ein Resumee der
Studie.

Zurück nach Wien. Die Bilder der Videoüberwachung werden 48 Stunden gespeichert und dann gelöscht - sofern die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden. Ziel der Wiener Linien ist es, so war es einem ORF-Online Bericht zu entnehmen, "dem Sicherheitsbedürfnis der Fahrgäste nachzukommen und Vandalismusschäden zu verringern."

Eine seltsame Begründung, wo doch laut Angaben der Wiener Linien die Gesamtzahl der angezeigten Straftaten in den letzten Jahren drastisch zurückging. Im letzten Jahr wurden weit unter 2000 Anzeigen in den öffentlichen Verkehrsmitteln registriert - und dies bei etwa 700 Millionen transportierten Passagieren.


Ps.: Wer auf Hilfe aus der Videoauswertung hofft, weil ihm/ihr in der U-Bahn die Brieftasche gestohlen wurde, hofft vergebens. Laut Wiener Linien wird da nix möglich sein - "dafür sei der Aufwand zu groß".


Das vollständige Statement der ARGE DATEN