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Melina Klaus

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2005-12-07

Alltag in der Republik

Im Unterschied zu all den Allys, Carries und Susans, die als vermeintliche 'starke Frauen' auf der Suche nach Mr. Right durch die Serien stolpern, während sie maximal ein Salatblatt kauen, dreht sich das Leben von Lorelai Gilmore nicht nur um Männer, sondern um ihren Job, ihre Tochter, ihre Eltern, Filme, Musik, Fast Food und Kaffee. Lorelai, Rory, Lane, Sookie, Paris, ... sie alle gehen ihren ganz eigenen Weg.

Stars Hollows empfängt uns. Die US-amerikanische Kleinstadt, die oberflächlich spießig erscheinen könnte, aber en passant mit großer Leichtigkeit als völlig durchgeknallt doch lebenswert gezeichnet wird. Heimat schrulliger, verrückter oder verkrachter Existenzen. Vom Kaufmann bis zur Tanzlehrerin, alle auf ihre Art non-konform. So gestalten sich die serien-obligaten Laienspiele zum Unabhängigkeitstag auch eher wie solche der 'Simpsons' und nicht wie solche der 'himmlischen Familie'. Stars Hollows liegt einerseits irgendwo in der Nähe von New York und Yale, andrerseits ist es reine Fiktion. Es wird eine Kulisse wie im Keller der Linzer Grottenbahn geschaffen. Wir sehen die Lichterketten, wir lesen es wie eine Märchenwelt, in der geplaudert, geredet, Kaffee getrunken, gelernt, gearbeitet, geliebt wird. - Kaffee getrunken und Kuchen gegessen � sogar von Frauen. Geliebt, aber nicht um jeden Preis � vor allem von Frauen. Gelebt, relativ selbstbestimmt � von allen Frauen.

Es scheint, als hätte Lorelai das beengende Universum ihrer Eltern verlassen, um sich in und mit Stars Hollows ihr ganz eigenes zu kreieren!

Und dort wären wir wohl alle gern mal zu Besuch....

Schön und angenehm, wenn die ganz leichte Kost Spaß machen darf. Wenn der berechtigte Eskapismus beim TV-gucken wenig bitteren Beigeschmack hat.

Die Autorin Amy Sherman-Palladino hat (nach 'Roseanne') einen Mikrokosmos geschaffen für � je nach Alter und Geschlecht � all die Lorelais, Rorys oder Lukes unter uns. Dieser Zielgruppendreh bringt Quoten, und das ist gut so.