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Claudia Krieglsteiner

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2005-11-03

Jetzt haben wir's quasi amtlich!

Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland über den Schulerfolg der Kinder.

Zu diesem Ergebnis kommt der "Zweite PISA Bundesländervergleich", den die Kultusminister am Donnerstag, den 3. 11. in Berlin präsentieren. Betroffen sind ArbeiterInnen- und MigrantInnen-Kinder. Es ist nicht so, dass diese Nachricht so völlig überraschend ist, wie die Verantwortlichen in Deutschland heucheln werden. Aber wenn es so schwarz auf weiß einmal nicht auf einem eigenen Flugblatt steht, sondern offiziell zugegeben wird, wirkt die Aussage doch noch einmal anders: Ja, wir leben in einer Klassengesellschaft, die rassistisch strukuriert ist, und das wirkt sich auch auf alle Kinderleben bis zu den basalen Zugangsfragen aus. Punkt.

Bei gleichem Wissenstand und gleichem Lernvermögen haben Kinder aus einem reichen Elternhaus etwa 4 Mal größere Chancen ein Gymnasium zu besuchen als einE 15 jährigeR SchülerIn aus einer armen Familie - im bundesweiten deutschen Durchschnitt. Aber regional gibt es durchaus auch noch einmal Unterschiede: In Bayern sind sie nämlich über 6 mal so hoch, hingegen in Brandenburg "nur" zwei Mal.

Wenn in diesen Fragen eine innerdeutsche Annäherung gelingt, dürfen wir getrost annehmen, dass es da eine Angleichung an den Standard im Westen gibt.

Spannend ist, wie diese Zahlen in Österreich ausschauen. Aber da soll die zuständige Ministerin ja ein generelles PISA-Verbot erlassen haben.