2005-04-04
PISA � PISA � und kein Ende?
Die sogenannte PISA-Studie über die Schulleistungen der 15jährigen in Österreich bzw. deren schlechtes Abschneiden im internationalen Vergleich (hier wären die Testbedingungen seriöserweise zu hinterfragen!) ist noch immer in aller Munde. Schuldzuweisungen wahlweise an LehrerInnen, Eltern sowie je nach politischem Standpunkt an ÖVP oder SPÖ, angebliche oder echte ExpertInnenanalysen, mehr oder wenig Ernst gemeinte Verbesserungsvorschläge geistern seit Wochen durch die Medien.
Kaum jemand macht sich jedoch die Mühe, die Situation der Schulen in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen. Mit Gewalt wurde in den letzten Jahren versucht, die Schulen zu verbetriebswirtschaftlichen. Schulsponsoring, Werbung, Herbeiführung eines unsinnigen Konkurrenzdrucks zwischen einzelnen Schulen und Schultypen, dazu verschärfte Arbeitsbedingungen für Eltern und LehrerInnen, Reizüberflutung und Erfolgsdruck � andererseits aber Kürzung der Bildungsausgaben � konnte man so ernsthaft auf eine Verbesserung der Situation an den Schulen hoffen? Bildung ist keine Ware, Schulen sind keine Betriebe - und jeder monokausale Schluss ist im Hinblick auf hochkomplizierte Interaktionsprozesse zwischen verschiedenartigsten Menschen obsolet.
Daher drängt sich der Schluss auf, dass die PISA-Studie politisch verwendet werden soll � und zwar zur planmäßigen Diffamierung des öffentlichen Schulwesens, um letztlich eine Trennung in privates (Elite?-)Schulwesen und öffentliche Restschule zu erreichen. Damit kann sich die Schere zwischen Gebildet und Ungebildet, zwischen Reich und Arm, zwischen Erfolgreich und Erfolglos, zwischen Agierend und Verwendet wieder ein Stück weiter öffnen.