2005-03-04
10 Stunden Arbeit pro Tag sind genug!
Mal sehen. Ein Tag hat 24 Stunden, 8 davon, sagen die Ärzte, sollte geschlafen werden. Bleiben 16, davon 10 für Arbeit, 6 für Freizeit - zwar beileibe kein ausgeglichenes Verhältnis, aber ein erträgliches.
Mal weitersehen. Beginnen wir am Morgen und veranschlagen eine halbe Stunde für Frühstückbereitung und Hygiene, das ist knapp, aber machbar. Eine weitere halbe Stunde dient der Reproduktion der komplizierten Arbeitskraft, also der Zeitungslektüre, harter Arbeit bei der Qualität der österreichischen Presseerzeugnisse, aber: wir drücken uns nicht, wir stellen uns der Aufgabe.
Bei den Wegzeiten, die im Laufe eines Tages zurückzulegen sind, kommen nun Variablen ins Spiel. Aber wer einen Schnitt von einer Stunde annimmt, wird nicht ganz fehlgehen, so lange werden die meisten im Laufe eines Tages mindestens unterwegs sein, zu Fuß, zu Auto, in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln - wie anstrengend auch immer.
Einkaufen, Putzen, Kochen, Waschen, Müllsortieren und -entsorgen, all das Nötige, Unangenehme: 10 Stunden pro Woche dürften das Minimum sein, das dafür aufzuwenden ist, natürlich pro Person. Also unter der Voraussetzung, dass Männer ihre Hälfte an diesen Tätigkeiten selbstverständlich verrichten. Dividiert durch fünf Arbeitstage, macht das zwei Stunden pro Tag, bleiben also 6 für die Lohnarbeit.
Natürlich nur, wenn keine zusätzlichen Betreuungspflichten (Kinder, Alte, Kranke) zu verrichten sind.
Utopische Argumentation? Nein, historische. Es handelt sich um die Modernisierung (und Feminisierung) einiger jener Argumente, die seitens der ArbeiterInnenschaft in den Kämpfen um die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit vorgebracht wurden. Schade, dass heuer kein rundes Jubiläum des einen oder anderen Erfolges dieser Kämpfe ansteht.