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Lutz Holzinger

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2005-08-07

Furcht und Schrecken

In der global gewordenen sozialen Wirklichkeit geht es zu wie in der antiken Tragödie: Im Zeichen des von langer Hand geschürten Terrors bzw. im Zeichen seiner Bekämpfung wird Furcht und Schrecken massiv verbreitet. Auf diese Weise werden Menschen gefügig gemacht, die an sich angesichts von Bildungsnotstand und Arbeitslosigkeit jeden Grund hätten aufzustehen. Die vermeintlich weltweite Bedrohung lässt diesen nahe liegenden Kampf jedoch sinnlos erscheinen.

Dass davon die Herrschenden (die internationalen Konzerne und ihr politisches Personal) profitieren, liegt auf der Hand. Und es hat damit zu tun, dass die Vision, dem Terror dadurch das Wasser abzugraben, dass die reichen Länder für mehr soziale Gerechtigkeit in der Welt sorgen, immer nur kurz durch die Medien geistert, wenn ein neuer Anschlag völlig unschuldige Menschen trifft.

Wir haben es hier mit einem Teufelszirkel zu tun: Der Imperialismus produziert im Stadium seiner Dominanz durch die USA geradezu zwangsläufig verzweifelte Gegenwehr aus der Peripherie, die wiederum als Zuchtrute gegen die Emanzipation der Unterdrückten in den entwickelten Staaten eingesetzt wird.

Furcht und Schrecken, von denen die Weltgesellschaft gegenwärtig in Bann gehalten wird, lassen sich nur überwinden, wenn es gelingt, eine Gesellschaftsordnung zu etablieren, die nicht auf unaufhebbaren Gegensätzen � wie dem zwischen Kapital und Arbeit � beruht. So gesehen ist der Aufbau einer echten globalen Solidargemeinschaft unerlässlich.